Unternehmen
RETIT misst, wie viele Ressourcen Software verbraucht, und rechnet daraus Antwortzeiten, Kapazitätsbedarf und CO₂-eq-Emissionen aus.
Ressourceneffiziente Software seit 2015
RETIT steht für „Resource Efficient Technologies & IT Systems" und wurde 2015 als Ausgründung der Technischen Universität München gegründet. Der Name war von Anfang an Programm: Es ging uns immer um den sparsamen Umgang mit Rechenressourcen.
Lange hieß das vor allem Performance: kürzere Antwortzeiten, weniger Server, niedrigere Lizenzkosten. Inzwischen zählt dieselbe Messung doppelt: Wer den Ressourcenverbrauch einer Anwendung kennt, kann daraus auch ihren Energieverbrauch und ihre CO₂-eq-Emissionen ableiten. Performance-Arbeit und Nachhaltigkeit greifen auf dieselben Daten zu.
Unsere Arbeit fußt auf der Forschung von Gründer Prof. Dr. Andreas Brunnert, der zusätzlich an der Hochschule München lehrt. Die Verfahren, die wir einsetzen, entstehen weiter im Austausch mit Forschung und Standardisierung, etwa rund um die Software Carbon Intensity nach ISO/IEC 21031. Wo wir daran mitarbeiten, steht weiter unten.
Was uns von Schätzungen unterscheidet
Viele Aussagen über die CO₂-eq-Emissionen von Software beruhen auf Hochrechnungen über ganze Server oder Rechenzentren. Wir messen stattdessen dort, wo der Verbrauch entsteht: an der einzelnen Komponente oder Transaktion.
Gerechnet wird nach der Software Carbon Intensity, definiert in ISO/IEC 21031:
SCI = ((E × I) + M) pro R
E ist der Energieverbrauch zur Laufzeit, I der Emissionsfaktor des Stroms, M die graue Energie der Hardware und R die funktionale Einheit. Was als funktionale Einheit zählt, hängt von der Anwendung ab: ein API-Aufruf, eine Nutzersitzung, ein verarbeiteter Datensatz.
Dafür entwickeln wir offene Werkzeuge, allen voran eine Erweiterung des OpenTelemetry-Java-Agents, die Rechenzeit, Speicher, Netzwerk und Datenträgerzugriffe je Transaktion erfasst, ob API-Aufruf, Batchlauf oder Hintergrundjob, und ohne Eingriff in den Anwendungscode.
Wo wir mitwirken
Die Verfahren, mit denen wir messen, entstehen nicht im Alleingang. Wir bringen sie dort ein, wo an Standards und Kriterien gearbeitet wird.
Green Software Foundation
Mitwirkung an der Assembly „SCI for Open Telemetry“, die den Ausdruck der Software Carbon Intensity in Observability-Werkzeugen standardisiert.
Bundesverband Green Software e. V.
Mitarbeit an der Tool-Landscape, die bestehende Werkzeuge zur Messung und Abschätzung von Energieverbrauch und Umweltwirkung von Softwaresystemen erfasst.
Blauer Engel für Software
Offizieller Auditor für das Umweltzeichen des Umweltbundesamtes für ressourceneffiziente Software.
DIN-Arbeitsausschuss NA 043-01-08 AA
Mitarbeit im Ausschuss „Green Software & Green AI“ an der Normung ressourceneffizienter Software.